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Internationale Konferenz in Toronto/Kanada 2009
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Programm
Programm
Genevieve Vaughan und Heide Göttner Abendroth, die Leiterinnen der Konferenz
Genevieve Vaughan und Heide Göttner Abendroth, die Leiterinnen der Konferenz
Heide Göttner-Abendroth eröffnet den Teil Matriarchal Studies
Heide Göttner-Abendroth eröffnet den Teil Matriarchal Studies
Bernedette Muthien, Südafrika
Bernedette Muthien, Südafrika
Pilwha Chang, Korea
Pilwha Chang, Korea

A (M)otherworld is Possible:
Two Feminist Visions

Matriarchal Studies
The Gift Economy

October 23-25, 2009

York University, Toronto, Canada

 

In dieser Zeit einer ökonomischen Weltkrise ist es wichtiger denn je, tiefgreifende Alternativen zu diesem System zu finden, das sich als nicht mehr funktionierend erweist. Und es ist nicht erstaunlich, dass diese Alternativen mit Frauen zu tun haben, insbesondere mit Müttern, deren Haltung unmittelbar für die Bedürfnisse ihrer Kinder zu sorgen („Mothering“), soziale Muster von Fürsorge zeigt, die verallgemeinert werden können.

 

Mothering kann als eine Verteilungsweise gesehen werden, die eine Ökonomie des Schenkens darstellt, die gleichzeitig mit der Ökonomie des Marktes besteht, aber als ein Modell für die Organisation der Gesellschaft insgesamt verstanden werden kann. Die Tatsache, dass die Werte der Fürsorge – charakteristisch fürs Mothering – völlig gegensätzlich zu den Werten von Gier und Herrschaft sind, die den gegenwärtigen ökonomischen Bruch erzeugt haben,  zeigt doch, dass ein ökonomisches System mit Mothering als Grundlage eine radikale und positive Alternative sein könnte. Die Tatsache, dass sich feministische Mütter jetzt in selbstbewussten Bewegungen solidarisch zusammenschließen, erlaubt uns zu hoffen, dass sie einen Wandel der Wirtschaftsweise in Richtung Fürsorge und weg von der Ausbeutung fördern werden.

 

Matriarchale Gesellschaften kannten und kennen die bedürfnisorientierte Verteilung von Gütern und ebenso Feiern und Feste, bei denen verschiedene Gruppen reihum ihre Güter an andere verteilen. Das sind echte Ökonomien des Schenkens. Diese Gesellschaften sind keine spiegelbildliche Umkehrung von Patriarchaten, sondern Matrilinearität und Matrilokalität, die Mutter als Prototyp und Entscheidungen und Führung durch Frauen sind für sie charakteristisch. Sie sind ausgeglichene und friedfertige Gesellschaften, in denen Männer – wenn sie ihrerseits Führungspositionen bekleiden – sein müssen „wie eine gute Mutter“. In diesem Sinne sind Matriarchate egalitäre Gesellschaften, die das Modell der Mutter als das menschliche Modell überhaupt haben.

 

Beide, die Matriarchatsforschung und die Erforschung der Schenke-Ökonomien, verallgemeinern mütterliche Werte für die Gesellschaft insgesamt. Mothering wird nicht auf Kinderpflege eingeschränkt, und es gib keinen Bruch zwischen der Ökonomie der Kindheit und des Erwachsenenalters. Stattdessen wird die große Bedeutung der Beziehungen hervorgehoben und ausgearbeitet, die sich durch Schenken und Annehmen bilden, um alle Beziehungen innerhalb der Gesellschaft zu verstehen.

 

Die feministische Vision, die auf der Logik der Schenke-Ökonomie beruht, und die feministische Vision in der Matriarchatsforschung stützen sich gegenseitig. Der Diskurs über die Ökonomie des Schenkens betont die bedürfnisorientierte Verteilung von Gütern, während die Matriarchatsforschung konkrete Beispiele historischer und gegenwärtiger Gesellschaften gibt, die nach diesen mütterlichen Werten, dem Mothering, leben.

Genevieve Vaughan

 

 

Diese internationale Konferenz wurde organisiert von:

  • der Association for Research on Mothering (ARM)
  • der Internationalen Akademie HAGIA
  • dem Gift Economy Network.

 

Sie wurde von Genevieve Vaughan und Heide Goettner-Abendroth geleitet.

Wahu Kaara, Kenia
Wahu Kaara, Kenia
Marina Meneses, Juchitan, Mexiko
Marina Meneses, Juchitan, Mexiko
Valentina Pakyntein, Khasi, Indien
Valentina Pakyntein, Khasi, Indien